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auswahlverfahren

Auswahlverfahren

Eine Stichprobe hat den Anspruch, repräsentativ für die Grundgesamtheit zu sein. Es werden verschiedene Auswahlverfahren unterschieden, die auf unterschiedliche Weise eine Stichprobe ziehen: Die willkürliche Auswahl, die bewusste Auswahl sowie die Wahrscheinlichkeitsauswahl.

graph TD a[Auswahlverfahren] b[Willkürliche Auswahl] c[Bewusste Auswahl] d[Wahrscheinlichkeitsauswahl] e[einfach] f[geschichtet] g[mehrstufig] a --> b a --> c a --> d d --> e d --> f d --> g

Willkürliche Auswahl

Als willkürliche Auswahl bezeichnet man die nicht durch ein System oder durch Zufall bestimmte Ziehung von Stichproben. Eine so gezogene Stichprobe ist nicht repräsentativ. Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit sind nicht zulässig.

Eine willkürliche Auswahl ist bei verschiedenen Objekttypen denkbar. Menschen können auf der Straße angesprochen, Beobachtungen durchgeführt oder Dokumente willkürlich ausgewählt werden. Eine Form der willkürlichen Auswahl ist das Schneeballverfahren, bei dem Personen als Objekte einer Einheit weitere Objekte rekrutieren und so als Gatekeeper zu schwierig zugänglichen Milieus dienen. Eine weitere Form der willkürlichen Auswahl ist die Selbstrekrutierung, die bei Umfragen im Web verbreitet ist.

Diese Form der Stichprobenziehung führt zu Verzerrungen und sollte nur eingesetzt werden, wenn keine Repräsentativität angestrebt wird. So wird beispielsweise die Auswahl bei der persönlichen Ansprache in der Öffentlichkeit durch die Tageszeit, den Ort, das dort ansässige Milieu sowie die Persönlichkeit von Passant:innen beeinflusst.

Bewusste Auswahl

Im Gegensatz zur willkürlichen Auswahl erfolgt die Stichprobenziehung im Rahmen einer bewussten Auswahl nach einem Katalog festgelegter Kriterien der Forschenden. Somit unterliegt die Ziehung überprüfbaren Gütekriterien. Methoden der Inferenzstatistik sind, ebenso wie bei der willkürlichen Auswahl, nicht anwendbar. Sinnvoll ist der Einsatz bewusster Auswahlmethoden insbesondere bei kleinen Stichproben, bei der aufgrund der zu geringen Größe keine Wahrscheinlichkeitsauswahl zulässig ist, die Anwendung inferenzstatistischer Methoden folglich sowieso nicht zulässig wäre (vgl. Behnke 2010, 200).

auswahlverfahren.txt · Zuletzt geändert: 2020/01/06 22:35 (Externe Bearbeitung)