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Krieg

Als Krieg bezeichnet man den Einsatz militärischer Gewalt. Dabei muss eine Mindestschwelle an Gewalt organisiert von zwei oder mehr Akteur:innen ausgeübt werden. Ein Krieg kann, muss aber nicht zwischen Staaten geführt werden (vgl. Frieden et al. 2013: 91).

Die Konzeptualisierung des Terminus' Krieg umfasst also folgende Punkte:

  1. Es wird militärische Gewalt eingesetzt
  2. der Einsatz von Gewalt ist organisiert. Dadurch wird Krieg von anderen Gewaltausbrüchen wie Unruhen und Aufständen abgegrenzt
  3. es sind zwei oder mehr Parteien beteiligt. Damit gelten einseitige Massentötungen wie Genozide nicht als Kriege
  4. Es muss eine gewisse Schwelle an Gewalt überschritten sein, damit kleinere Scharmützel nicht mit inbegriffen werden. So kann beispielsweise eine Mindestzahl an Todesopfern als Gradmesser dienen.

Es werden drei Erklärungsansätze für Kriege unterschieden. Der realistische Ansatz besagt, dass Krieg die unvermeidliche Folge der auf internationaler Ebene herschenden Anarchie ist. Als Kriegsgründe sieht der Realismus Prävention und das Sicherheitsdilemma. Ein zweiter Ansatz ist kognitionspsychologisch. Führende Eliten von Nationen treffen Fehleinschätzungen und neigen dazu, Wunschdenken zu verfallen, meist wird im Voraus von einem wesentlich günstigerem Kriegsverlauf ausgegangen, als die Faktenlage vermuten lässt. Ein dritter Erklärungsversuch sieht Krieg zwischen Nationen vor allem als Folge der Intervention innerstaatlicher Interessengruppen aus Wirtschaft und Militär.

Typen von Krieg

Krieg lässt sich nach verschiedenen Kriterien differenzieren. Eine Möglichkeit ist es, nach den beteiligten Parteien zu unterscheiden. Da gibt es zum einen zwischenstaatlichen Krieg, der zwischen zwei oder mehr Nationen stattfindet. Zum anderen ist das Bürgerkrieg, in dem die Hauptparteien im selben Staat angesiedelt sind.

Eine weitere Differenzierung lässt sich hinsichtlich des geleisteten Einsatzes einer Kriegspartei vornehmen. In totalen Kriegen werden alle zur Verfügung stehenden Ressourcen mobilisiert, bei begrenzter Kriegsführung werden nur Teile des militärischen Potentials genutzt.

Kriegsgründe

Drei Gründe für das Führen von Kriegen werden unterschieden: Territorium, Policies und Regimetypen.

Krieg über Territorien ist der Auslöser der meisten Kriege. Anlass dafür kann die Förderung des Wohlstands des eigenen Landes und seiner Verbündeten sein. Außerdem können Territorien von militärischer oder allgemeinstrategischer Bedeutung sein. Weitere Gründe für die kriegsrelevante Bedeutung eines Territoriums können ethnischer, kultureller oder historischer Natur sein.

Eine zweite Kategorie von Kriegen entsteht, wenn Akteur:innen nicht mit den Policies anderer Akteur:innen einverstanden sind. In diesem Fall ist Krieg oder die Androhung von Krieg ein Mittel entweder zur Änderung dieser Policies oder zum Sturz des Regimes.

Abschließend kann grundsätzlich der Regime-Typ einer Nation Grund für einen Krieg sein.

krieg.txt · Zuletzt geändert: 2020/12/13 17:51 von eric