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skalenniveaus

Skalenniveaus

Skalenniveaus sind eine Methode der Klassifikation sozialwissenschaftlich relevanter Variablen. Sie geht auf den Psychologen Stanley Smith Stevens zurück, der seine Theorie 1946 vorstellte. (Vgl. Benninghaus 2007: 22)

Die Skalenniveaus unterscheiden sich nach der Relation zwischen gemessenen Werten analog Relationen zwischen Objekten oder Ereignissen widerspiegeln (vgl. Benninghaus 2007: 22). Das Skalenniveau zeigt also das Verhältnis der gemessenen Dinge und ob und wie sie sich reihen lassen. Je nach Skalenniveau sind bestimmte Rechenoperationen zugelassen oder untersagt. Es werden Nominalskala, Ordinalskala, Intervallskala und Verhältnisskala unterschieden. Über diese Skalenniveaus wirst du im Anschluss mehr erfahren.

Skalenniveau Merkmalsrelation Erlaubte Rechenoperationen
Gleichheit
(= und ≠)
Ordnung
(> & <)
Abstände
(+ & -)
Verhältnis
(* & /)
Nominalskala reine Unterscheidung Ja Nein Nein Nein
Ordinalskala Rangordnung gegeben Ja Ja Nein Nein
Intervallskala definierte und gleiche Abstände Ja Ja Ja Nein
Ratioskala absoluter Nullpunkt Ja Ja Ja Ja

Beispiele für Skalenniveaus findest du in diesem Artikel.

Nominalskala

Nominalskalen repräsentieren das niedrigste Messniveau. Die Messwerten lassen sich voneinander unterscheiden, stehen aber in keiner Ordnung zueinander. Zur Bezeichnung der Kategorien können zwar Zahlen verwendet werden, mit denen darf aber nicht gerechnet werden. Es sind keine Rechenoperationen abseits der Bestimmung von gleich und ungleich zulässig. Alle Fälle werden von den Kategorien eingeschlossen, kein Fall ist in mehr als einer Kategorie. (Vgl. Benninghaus 2007: 23)

Ordinalskala

Das Ordinalskalenniveau erlaubt die Anordnung von gemessenen Werten in eine Rangfolge. Damit hat sie ein höheres Niveau als die Nominalskala, die das nicht zulässt. Mit Erreichen des Ordinalskalenniveaus lassen sich als Rechenoperationen größer als und kleiner als einsetzen, es ist also bestimmbar, welche Wert unter und über anderen Werten stehen. Werte mit Ordinalskalenniveau geben jedoch keinen Aufschluss darüber, wie groß die Differenzen zwischen den Kategorien sind. Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division sind also auch mit erreichter Ordinalskala nicht zulässig. (Vgl. Benninghaus 2007: 24)

Intervallskala

Das Intervallskalenniveau ist das erste metrische Skalenniveau. Die Abstände zwischen den Kategorien können ermittelt werden. Die Rechenoperationen Addition und Subtraktion sind hier also zulässig. Die Abstände zwischen den Intervallen ist gleich, es herrscht Äquidistanz.

Verhältnisskala

Ist zusätzlich zu allen Eigenschaften der Intervallskala noch ein absoluter Nullpunkt gegeben, liegt eine Verhältnis- oder Ratioskala vor. Die Verhältnisskala ist ein weiteres metrisches Skalenniveau. Die Rechenoperationen der Multiplikation und Division sind zulässig.

In den Sozialwissenschaften wird das Verhältnisskalenniveau selten erreicht (Behnke, 2010).

skalenniveaus.txt · Zuletzt geändert: 2020/08/01 20:15 von eric