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Validität

Die Validität ist ein Gütekriterium für wissenschaftliche Erhebungen. Sie stellt Kriterien für die Gültigkeitsprüfung einer Messung auf. Grundsätzlich ist eine Messung dann valide, wenn die eingesetzte Methode das misst, was sie messen soll. Eine Vorbedingung für das Erreichen einer validen Messung ist ihre Reliabilität. Eine Messung kann nur valide sein, wenn sie auch reliabel ist (vgl. Behnke 2010, 129).

Es lassen sich vier Formen der Validitätsprüfung differenzieren, die aufsteigend in der Reihenfolge ihrer Nennung höhere Anforderungen an die Prüfform stellen: Prima facie Validität, Inhaltsvalidität, Kriteriumsvalidität und Konstruktvalidität (vgl. Behnke 2010, 129).

Prima facie Validität

Der Ausdruck prima facie entstammt der lateinischen Sprache und bedeutet soviel wie auf den ersten Blick. Diese Übersetzung beschreibt recht gut die Vorgehensweise bei einer prima-facie-Validitätsprüfung. Auf Grundlage der Intuition der Forschenden wird vermutet, ob die eingesetzten Methoden valide Ergebnisse produzieren oder nicht. Diese Vorgehensweise ist sicherlich, zumindest mit hinreichender Erfahrung, ein Weg, um einen ersten Eindruck zu gewinnen, unterliegt jedoch der Subjektivität der Forschenden oder der beauftragten Gutachter:innen.

Inhaltsvalidität

Eine Prüfung der Inhaltsvalidität (engl. content validity) ist keine Validitätsprüfung im engeren Sinne. Sie ist dann gegeben, wenn die Subkonzepte eines Konzepts mit mindestens einem Indikator abgebildet werden. Eine Prüfung der Indikatoren für die Subkonzepte wird nicht vorgenommen. Geprüft wird mit der Inhaltsvaliditätsprüfung also lediglich, ob die theoretischen Subkonzepte einer Messung abgedeckt sind.

Kriteriumsvalidität

Die Prüfung der Kriteriumsvalidität (engl. criterion-related validity) wird durch den vergleich mit bereits vorhandenen und validierten Messinstrumenten durchgeführt. So wird, vergleichbar mit einer Kontrolle einer Waage mit geeichten Gewichten, überprüft, ob das Instrument das misst, was es messen soll.

Die Kriteriumsvalidität wird in der Literatur in zwei Formen der Validitätskontrolle unterteilt: in die Übereinstimmungsvalidität sowie die Vorhersagevalidität. Übereinstimmungsvalidität (engl. concurrent validity) liegt dann vor, wenn das externe Kriterium zeitgleich oder zeitnah erhoben wird. Vorhersagevalidität (engl. predictive validity) kann erst in der Zukunft gemessen werden. Die Kriteriumswerte werden im Anschluss an die Messung erhoben.

Konstruktvalidität

Im Rahmen einer Prüfung der Konstruktvalidität (engl. construct validty) wird versucht, die Validität durch die Einbettung in den theoretischen Kontext zu begründen. Erzeugt das Messinstrument daher Daten, die von einer Theorie vorhergesagt werden, sind seine Ergebnisse valide.

validitaet.txt · Zuletzt geändert: 2020/06/30 13:37 von eric