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Variable

Eine Variable ist ein Merkmal, das verschiedene Formen annehmen kann. Damit unterscheidet sie sich von der Konstanten. Als Merkmal hat die Variable eine Merkmalsausprägung, die sich auf die Merkmalsträger:innen bezieht. Die Begriffe Merkmal und Variable werden häufig synonym verwendet.

Bei der Bildung einer Hypothese werden häufig unabhängige und abhängige Variablen unterschieden. Die unabhängige Variable wird als kausal für die abhängige Variable betrachtet. Es ist üblich, die unabhängige Variable als X-Variable, die abhängige Variable als Y-Variable zu besetzen.

Klassifikation von Variablen

Variablen lassen sich nach verschiedenen Kriterien klassifizieren. Im Folgenden stelle ich die Klassifikationen nach Skalenniveau, Abzählbarkeit der Ausprägungen, der Direktheit der Erfassung sowie nach Aggregationsebene vor.

Variablenklassifikation nach Skalenniveau

Das Skalenniveau fragt nach der Relation der Merkmalsausprägungen. Liegt ein Nominalskalenniveau vor, können die Merkmale zwar unterschieden, aber nicht in eine Rangfolge gebracht werden. Das erlaubt erst das Ordinalskalenniveau. Mit dem Intervallskalenniveau sind zusätzlich definierte und gleiche Abstände gegeben. Das Verhältnisskalenniveau erlaubt die Bildung von Verhältnissen. Die Interpretation dieser Verhältnisse ist hier erlaubt, da ein natürlicher Nullpunkt vorliegt. Das Intervallskalen- und Verhältnisskalenniveau bilden zusammen die Gruppe der metrischen Skalenniveaus. (Vgl. Behnke 2010: 103-106)

Variablenklassifikation nach Abzählbarkeit der Ausprägungen

Eine Klassifikation von Variablen ist nicht nur nach dem Skalenniveau, sondern auch nach ihrer Abzählbarkeit möglich. Unterschieden werden diskrete und stetige Merkmale. Ein Merkmal ist dann diskret, wenn es abzählbar viele Ausprägungen geben kann. Es gibt also eine abzählbar unendliche Anzahl möglicher Ausprägungen. Stetige Merkmale können unendlich viele Ausprägungen annehmen. Zwischen den Ausprägungen können unendlich viele weitere Ausprägungsformen vorkommen. Ein Hinweis dafür ist, wenn es möglich ist, die Werte mit Nachkommastellen anzugeben. Es muss sich dann allerdings nicht zwangsläufig um ein stetiges Merkmal handeln. In der Regel sind metrische Skalenniveaus tstetig, Nominal- und Ordinalskala diskret.

Variablenklassifikation nach Direktheit der Erfassung

Die Direktheit der Erfassung beschreibt, ob die Variablen unmittelbar erhoben werden können oder nicht. Bei manifesten Variablen ist eine unmittelbare Erhebung möglich, so zum Beispiel die Farbe eines Autos. Bei latenten Variablen ist eine direkte Erfassung nicht möglich. Dort muss zunächst eine Operationalisierung erfolgen.

Variablenklassifikation nach Aggregationsebene

Abschließend sei noch die Klassifikation nach Aggregationsebene erwähnt. Individualmerkmale beziehen sich auf eine:n individuelle:n Merkmalsträger:in. Absolute Individualmerkmale beziehen sich ausschließlich auf den:die Merkmalsträger:in, relationale Individualmerkmale auf das Verhältnis zwischen Merkmalsträger:innen. Kollektivmerkmale machen keine Aussagen zu einzelnen Individuen, sondern werden Menschengruppen zugeschrieben (Häder 2015: 43 f.). Sie lassen sich in drei Subkonzepte unterteilen. Analytische Kollektivmerkmale aggregieren absolute Individualmerkmale, strukturelle Kollektivmerkmale aggregieren relationale Individualmerkmale und globale Kollektivmerkmale entstehen nicht durch Aggregation, sondern sind genuine Merkmale eines Kollektivs.

variable.txt · Zuletzt geändert: 2020/08/01 20:16 von eric